Artikel aus der WEB-Seite der Mitteldeutschen Zeitung vom 24.19.2001

Lebenshilfe baut


Symbolischer Riesenschlüssel für den Neubau
Lottomittel für Werkstatt-Neubau
Von Heidi Jürgens
Köthen/MZ. Wer im Lotto eine Viertelmillion gewinnt, der kann sich überaus glücklich schätzen. Genauso kann das aber auch derjenige, der durch das Lottospiel anderer zu einer Viertelmillion kommt. Das passiert nicht allzu oft, aber es passiert. Zum Beispiel in Köthen. Hierhin reisten namens der Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt Bezirksleiter Conrad Mader und Hans-Georg Moldenhauer vom Beirat an, um den sagenhaften Gewinn in Gestalt eines symbolischen Schecks unter die Leute zu bringen. Genauer gesagt zur Lebenshilfe. Deren Geschäftsführer Karl Vollstädt kann sich nun mit allen Mitarbeitern und Schutzbefohlenen über das viele Geld freuen, das für ein weiteres Bauvorhaben am Wattrelos-Ring verwendet werden soll: den Neubau einer Werkstatt für 60 Behinderte.
Scheckübergabe Glücksbringer-Duo übergibt Scheck über eine Viertelmillion Mark

Das Vorhaben soll im kommenden Jahr umgesetzt werden, der Baubeginn ist für den 12. Februar vorgesehen, mit der Fertigstellung rechnet der Lebenshilfe-Chef im ersten Quartal 2003. In dem Neubau werden verschiedene Bereiche ein Unterkommen finden. So wird es Werkräume für Montage/Verpackung, Metallbearbeitung, Holzbearbeitung und eine Küche geben. In der Küche, so Karl Vollstädt, sollen zum einen täglich 300 Portionen für die eigene Versorgung, zum anderen weitere 200 als Angebot für andere zubereitet werden. Die 60 Behinderten, die hier einen Arbeitsplatz finden, sind zur Zeit noch am Holländer Weg untergebracht, wo die Bedingungen allerdings nicht optimal sind.
Kosten wird das gesamte Bauvorhaben knapp 5,4 Millionen Mark. Außer dem Lotto-Topf gibt es noch weitere Quellen: 400 000 Mark stiftet die Aktion Mensch, gut 180 000 Mark kommen aus einem Darlehen mit einem Zinszuschuss der Aktion Mensch, etwa 540 000 Mark aus einem Darlehen des Landesarbeitsamtes. Jeweils 1,76 Millionen steuern Bund und Land zum Neubau bei, und an Eigenmitteln muss die Lebenshilfe knapp 500 000 Mark aufbringen.
"Wir sind sehr froh, dass uns die Lotto-Gesellschaft hier so großzügig unterstützt", meinte Karl Vollstädt, nachdem der Scheck übergeben war. Und Hans-Georg Moldenhauer erklärte, jeder Lottospieler, der mit einem Teil seines Einsatzes zu dieser Scheckübergabe beigetragen habe, könne sich zu den Gewinnern zählen. Denn: "Ein Gewinn ist es auf jeden Fall, wenn man denen helfen kann, die in ihrem Leben mehr Unterstützung brauchen als andere. Und die vielleicht nicht aus eigener Kraft auf der Seite der Gewinner stehen können." Mit der Viertelmillion hat die Lebenshilfe übrigens den höchstmöglichen Betrag erhalten, den Lotto für Einzelvorhaben vergibt. Und es war auch nicht das erste Mal, dass Lotto-Geld in diese Einrichtung floss. Bereits in den Jahren 1997 und 2000 hatte die Lebenshilfe 175 000 Mark aus Lottomitteln erhalten.